Die meisten Männer haben ihr Herz an eine Frau verloren: Mutter, Erzieherin, Freundin, Ehefrau. Und daran ist überhaupt nichts verkehrtes. Was viele dabei übersehen: Wenn Du auf die Bestätigung dieser Frauen wartest, begibst Du Dich in eine Abhängigkeit und Isolation.

Unsere Rolle, als Mann, war über die Jahrtausende sehr einfach und klar. Sie war geprägt durch Jagd, Kampf und Aggression. Ohne diese Tugenden, wäre ein Überleben der Menschheit, in einer von Raubtieren beherrschten Welt, überhaupt nicht möglich gewesen. Bis vor 30 Jahren waren Attribute für Männer: mutig, diszipliniert, willensstark, verantwortungsbewusst und zielstrebig. Entsprechend war unsere Erziehung auf diese Attribute ausgerichtet.

Auch bin ich gegen den Satz: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Du bist ein Junge, also hör auf zu heulen!“. Auch Jungs und Männer haben Gefühle und Schmerzen und sollten diese auch ungehemmt zeigen dürfen.

Vom Mann zu Männchen

Aber irgendwie ist in den letzten Jahren die Männlichkeit in eine Art Männchenkeit gerutscht. Vom Cowboy und Held zum Metrosexuellen. Das überhaupt nichts damit zu tun, ob ein Mann hetero, bi oder schwul ist. In allen diesen sexuellen Richtungen gibt es noch Männer und Männchen. Die Frage ist: finden sich in Metrosexuellen noch Eigenschaften, wie: Männlichkeit, Mut, Disziplin, Willensstärke, Verantwortungsbewusstsein oder Zielstrebigkeit? Kann man diese Worte tatsächlich noch für diese Penisträger benützen?

Micha M. Barth - Gibt es noch wahre Männer

Irgendwie ist in den letzten Jahren die Männlichkeit in eine Männchenkeit gerutscht. Das kann dazu führen, dass viele klassische männliche Tugenden für immer verloren gehen könnten.

Warum das kein schönes Ende nehmen könnte

Diese neuen „Männer“ sind deutlich weniger bereit Gefahren einzugehen. Das merke ich ganz deutlich in meiner täglichen Arbeit. Gefahren einzugehen ist einer der Fortschrittsmotoren unserer Gesellschaft. Unsere Autos würden immer 50 km/h fahren, Züge auch nicht schneller und fliegen, fliegen könnten wir bis heute nicht. Das trifft nicht nur auf tatsächliche „Lebensgefahren“ zu, obwohl diese essentiell zum Fortschritt gehören.

Ich denke auch an die alltäglichen, beruflichen Risiken. Diese Art Männer wollen eine 100% Sicherheit, dass das was sie tun auch funktionieren wird. Solange sie diese Sicherheit nicht haben, sind sie tatenlos. Es wird allerdings nicht möglich sein, in allen Dingen 100% sicher zu sein, bevor man sich auf den Weg macht. Gerade in der technischen Entwicklung, medizinischen Forschung und ähnlichem, braucht es Draufgänger. Wenn aber die Draufgänger  alle draufgehen oder umerzogen werden, bleiben nur noch die vorsichtigen Bübchen übrig. Solche, die erst abklären müssen, ob ein Eisstäbchen nicht zu gefährlich sein könnte.

Uns werden die männlichen Tugenden verloren gehen, wenn Männer nicht wieder die Verantwortung für sich und ihre Sprösslinge übernehmen. Richtige Männer müssen ihren Sprösslingen diese Tugenden wieder beibringen. Und das kann keiner noch so guten Mutter überlassen werden. Eine gute Erziehung bedingt immer den Einsatz beider Elternteile.

Viele junge Männer haben die Divenhaftigkeit von Prinzessinen und sind zickig wie kleine verwöhnte Mädchen. Sie treffen keine Entscheidungen ohne Erlaubnis und gehen keine Risiken mehr ein.

Micha M. Barth - Bitte weniger männliche Prinzessinen

Woher kommt das Problem?

Zum einen sind durch 2 Weltkriege, nahezu zwei ganze Generation von Männern aufgewachsen, die keinen Vater hatten. Und für Jungs und ihre Entwicklung ist es unwahrscheinlich wichtig, sich an einem Vater – mental „reiben zu dürfen“. Mit dem Vater zu streiten, zu argumentieren und offene und ehrliche Auseinandersetzungen zu führen.

Zum anderen hat die Frauenbewegung der letzten Jahrzehnte das Bild der Männer enorm verzerrt. Nicht das Du mich verkehrt verstehst: die Frauenbewegung war wichtig für die Entwicklung und Gleichstellung der Frau. Ein Prozess, der viele positive Veränderung mit sich brachte. Aber auch Schwierige, für die männliche Entwicklung der Jungs.

Dabei führt dieser Wandel zu einer Vermischung der männlichen und weiblichen Strukturen. Eine Frau ist heute keine Frau mehr und ein Mann kein Mann mehr. Die KK Frage vieler Frauen: Karriere oder Kinder, stellt viele vor ein unlösbares Problem.

Aber das ist nicht nur ein Problem für die Frau. Diese Rollendiffusion führt zu dem Verlust der männlichen Werte. Denn die klassischen männlichen Tugenden werden als nicht mehr gesellschaftsfähig angesehen. Und dementsprechend auch unterdrückt. Jungs und Männer, die diese Eigenschaften dennoch besitzen, werden sogar von ihren Geschlechtsgenossen als plumpe Machos bezeichnet und es wird versucht, ihnen diese Eigenschaften abzuerziehen.

Wer bin ich als Mann?
Micha M. Barth - Wer bin ich als Mann

Das ist eine essenzielle Frage!

Die männlichen Tugenden stecken aber nun mal tief in uns Männern. Sie nicht auszuleben, bedeutet nicht, sie nicht zu haben. Vielmehr müssen die Eigenschaften, die Männlichkeit bedeuten, unterdrückt werden. Aber es ist nicht möglich diese Eigenschaften ein Leben lang zu unterdrücken, ohne dabei ernsthaft krank zu werden – seelisch und körperlich, da beides nicht zu trennen ist und Wechselwirkungen hat.

Die Frage – Wer bin ich als Mann? – klären wir später.

Dein Micha M. Barth

Ich empfehle Dir diese Videos. Sie sind sehr interessant und zeigen das Dilemma auf, in dem sowohl Männer. als auch Frauen, heute stecken.